Motivprojektion

Die folgende Übung benötigt die routinierte Anwendung des OMT und ist daher nur für wenige Therapeuten interessant. Der Operante Motivtest (OMT) misst implizite Motive. Diese zeigen sich vor allem in Spontanverhalten. Hierzu legt man eine vielzahl von mehrdeutigen Zeichnungen auf den Bild, die Idealerweise Menschen oder Pictogramme in verschiedenen Situationen abbilden. Die Patienten werden gebeten sich drei Bilder auszusuchen. Im Anschluss darauf, sollen sie folgendes notieren.

  • Suchen Sie sich eine Person aus, sofern mehrere Personen vorhanden sind. Beantworten sie folgende Fragen aus der Perspektive der Person.
  • In welcher Situation befindet sich die Person gerade. Was tut die Person im Moment?
  • Wie fühlt sich die Person in diesem Augenblick?
  • Was ist für die Person in dieser Person wichtig? Warum?

Danach können die Bilder nach OMT-Schlüssel auskodiert werden. Hierbei können sowohl das Motiv, als auch die Motivebene zurückgemeldet werden. Möglicherweise können Bezüge zu aktuellen Themen und Fragestellungen hergestellt werden.

Häufig fühlen sich die Patienten validiert und gesehen. Häufig kann man ihnen damit auch intuitive Verhaltenstendenzen bewusst gemacht werden. Durch die Äußerungen von Mitpatienten können Verständnis und Empathie für die Motivinhalte verstärkt werden. Manchmal hilft dies dabei auch störungsspezifisches Fehlverhalten neu einzuordnen und begreiflich zu machen.